HAUS SACHSEN-COBURG UND GOTHA

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Das Haus Sachsen-Coburg und Gotha ist eine deutsche Dynastie, und zwar die Linie der sächsischen Wettiner, die die Ernestinischen Herzogtümer einschließlich des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha regierten.

Obwohl das Haus Coburg weitaus länger in der Geschichte zurückreicht, beginnen wir unseren Stammbaum in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts mit Franz Friedrich Anton, dem sechsten Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld. Dank der ersten Vermählung von Ernst, Franz Friedrich Antons ältestem Sohn und Thronfolger, mit Prinzessin Luise von Sachsen-Gotha-Altenburg, konnte das Haus einen beträchtlichen Zuwachs an Territorium und Bedeutung verzeichnen. Seit 1826 heißt das Haus Sachsen-Coburg und Gotha. Die Nachfahren Franz Friedrich Antons bildeten die Spitze mehrerer Europäischer Monarchien und Mitglieder daraus entstehender Familien bilden derzeit in ziemlich vielen Ländern die repräsentative Regierungsspitze, wie z.B. in Belgien über die Nachkommen von König Leopold I. und in den Ländern des Commonwealth über die Nachkommen von Prinzgemahl Albert. Aufgrund der anti-deutschen Stimmung während des Ersten Weltkriegs in Großbritannien änderte König George V. von Großbritannien und Irland 1917 den Namen seines Familienzweigs von “Sachsen-Coburg und Gotha“ in „Windsor“. Dasselbe geschah in Belgien, wo er in den Namen “van België” oder “de Belgique” umbenannt wurde.

Franz Friedrich Anton

Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Herzog zu Sachsen (seit 1800)

(Coburg, 15. Juli 1750 – Coburg, 9. Dezember 1806) Franz Friedrich Anton musste ein nahezu ruiniertes Herzogtum übernehmen. Da er aber mit vielen Talenten ausgestattet war, begann er Druckgraphik der herausragenden Künstler des 15. bis 18. Jahrhunderts zu sammeln – obwohl er kein Geld hatte. Auf diese Weise entstand das Coburger Kupferstichkabinett mit seinem heute 220.000 grafischen Blättern zählenden Kunstschatz. Er ist in väterlicher Linie ein Vorfahr von Königin Elizabeth II. des Vereinigten Königreichs, vom belgischen König Philippe und Simeon von Sachsen-Coburg und Gotha, dem ehemaligen Zaren (Simeon II. 1943 - 1946 während der Monarchie) und Premierminister von Bulgarien (von 2001 bis 2005). Erbprinz von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Herzog zu Sachsen

Auguste Karoline Sophie

Herzogin von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Herzogin zu Sachsen (seit 1800)

(Saalburg-Ebersdorf, 19. Januar 1757 – Coburg, 16. November 1831) Sie hatte mit ihrem Mann zehn Kinder, die zwischen 1778 und 1792 geboren wurden, eines war eine Totgeburt und zwei weitere starben in der Kindheit. Die anderen wurden unter großem persönlichem Einsatz an den Europäischen Hochadel verheiratet. Auguste Karoline Sophie war mütterlicherseits die Großmutter von Königin Victoria des Vereinigten Königreichs und väterlicherseits die Großmutter von Prinzgemahl Albert. Prinzessin Reuss Prinzessin von Ebersdorf Erbprinzessin von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Herzogin zu Sachsen (seit 1777)

Leopold

König Léopold I. der Belgier (ab 1831)

9

(Coburg, 16. Dezember 1790 – Laeken, Brüssel, 10. Dezember 1865)
Leopold (Leopold Georg Christian Friedrich) war der jüngste Sohn von Herzog Franz Friedrich Anton und Herzogin Auguste Karoline Sophie von Sachsen-Coburg-Saalfeld. Er wurde aufgrund seiner Verwandtschaft zum Obristen eines russischen Regiments ernannt und erreichte schließlich den Rang eines Generalleutnants der Kaiserlich-russischen Armee. Er zeichnete sich durch diplomatische Fähigkeiten und Verhandlungsgeschick aus. 1816 heiratete er die Prinzessin von Wales, Charlotte Augusta, die eigentlich Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland werden sollte. Aber sie starb nach dem ersten Ehejahr bei der Totgeburt ihres Sohnes. Der Witwer Leopold blieb in London und schlug das Angebot aus, König von Griechenland zu werden, nahm jedoch das Angebot an, nach der belgischen Unabhängigkeitserklärung 1831 der erste König der Belgier zu werden. Somit wurde er zum Begründer der belgischen Linie des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha. Zu seinen Kindern gehörten u.a. Léopold II., König der Belgier und Kaiserin Carlota von Mexiko. Und er war ein Onkel mütterlicherseits und Berater der Königin Victoria von Großbritannien und Irland.

Prinz von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Herzog zu Sachsen
Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen (ab 1826)

KÖNIGREICH BELGIEN DAS HAUS SACHSEN-COBURG UND GOTHA

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Belgien wurde 1830 unabhängig, da die Menschen in den südlichen Provinzen gegen die erzwungene Vereinigung unter der Herrschaft des Vereinigten Königreichs der Niederlande aufbegehrten. Dieses Königreich wurde nach der Niederlage Napoleons und der darauffolgenden Auflösung des Ersten Kaiserreichs gegründet. Dabei führten bestehende kulturelle Unterschiede und miteinander in Widerspruch stehende historische Bindungen der nördlichen und der südlichen Provinzen zu der sogenannten Belgischen Revolution. Dieser Aufstand ermöglichte es den im Süden lebenden und zumeist frankophonen Menschen einen eigenen Staat zu gründen.

Die Unabhängigkeit wurde von der damaligen Übergangsregierung proklamiert. Die Mitglieder des Nationalkongresses votierten mit 174 zu 13 Stimmen für die Bildung einer konstitutionellen Monarchie und parlamentarischen Demokratie. 1831 war Baron Surlet de Chokier zum Regenten ernannt worden und zwar vom Nationalkongress, dessen Mitglieder schließlich Prinz Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha als ihren ersten König der Belgier bestimmten. Am 21. Juli 1831 leistete er den Eid auf die belgische Verfassung. Prinz Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha schwor den Eid, der ihn zum König der Belgier machte, auf den Stufen der Kirche St. Jacques-sur-Coudenberg in Brüssel. Seitdem verpflichten sich alle seine Nachfolger auf die Verfassung.

Hier finden Sie eine Liste der belgischen Monarchen seit 1831, dem Jahr in dem der erste belgische König Léopold I. den Thron bestieg, nachdem Belgien seine Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich der Niederlande in der Belgischen Revolution von 1830 erklärt hatte.

„Vorfälle bei der belgischen Revolution von 1830“ oder „Vorfälle während der September Tage von 1830 auf dem Grand Place von Brüssel“, Gustave Wappers (1834), Museum für Alte Kunst, Brüssel

Gustave Wappers (1834), Museum of Ancient Art, Brussels

Neben der sprachlichen und religiösen Konflikte, die aus einer zweihundertjährigen Trennung und unterschiedlichen religiösen Doktrinen entstanden, existierten soziale Unterschiede zwischen den nördlichen und den südlichen Provinzen auf dem Gebiet des Vereinigten Königreichs der Niederlande. Im Süden gab es eine hohe Anzahl Arbeitsloser und unter den Arbeitern kam Frustration auf. Diese soziale Misere steckte selbst liberale Bürgerliche und belgische Patrioten an, die die reaktionäre Politik König Willem I. der Niederlande verabscheuten.

Als König Willem I. versuchte, die nach der Gründung des neuen Königreichs verloren gegangenen Provinzen zurückzuerobern, ging aus diesem Kampf König Leopold I. an der Spitze seiner belgischen Truppen und mit Unterstützung französischer Militärs als Sieger hervor. Die Holländer mussten sich zurückziehen, aber es sollte noch acht Jahre dauern, bis sie die belgische Unabhängigkeit tatsächlich akzeptierten und den Vertrag von London unterzeichneten.

König Léopold I. der Belgier

Leopold

König Léopold I. der Belgier (ab 1831)

(Coburg, 16. Dezember 1790 – Laeken, Brüssel, 10. Dezember 1865)
Leopold (Leopold Georg Christian Friedrich) war der jüngste Sohn von Herzog Franz Friedrich Anton und Herzogin Auguste Karoline Sophie von Sachsen-Coburg-Saalfeld. Er wurde aufgrund seiner Verwandtschaft zum Obristen eines russischen Regiments ernannt und erreichte schließlich den Rang eines Generalleutnants der Kaiserlich-russischen Armee. Er zeichnete sich durch diplomatische Fähigkeiten und Verhandlungsgeschick aus. 1816 heiratete er die Prinzessin von Wales, Charlotte Augusta, die eigentlich Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland werden sollte. Aber sie starb nach dem ersten Ehejahr bei der Totgeburt ihres Sohnes. Der Witwer Leopold blieb in London und schlug das Angebot aus, König von Griechenland zu werden, nahm jedoch das Angebot an, nach der belgischen Unabhängigkeitserklärung 1831 der erste König der Belgier zu werden. Somit wurde er zum Begründer der belgischen Linie des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha. Zu seinen Kindern gehörten u.a. Léopold II., König der Belgier und Kaiserin Carlota von Mexiko. Und er war ein Onkel mütterlicherseits und Berater der Königin Victoria von Großbritannien und Irland.

Prinz von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Herzog zu Sachsen 
Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen (ab 1826)

Charlotte Augusta

Prinzessin von Wales

1

(London, 7. Januar 1796 – Claremont House, Esher, Surrey, 6. November 1817)
Charlotte Augusta war das einzige Kind von Prinz George von Wales, dem späteren George VI. und Caroline von Braunschweig. Wenn sie ihren Vater und ihren Großvater König George III. überlebt hätte, wäre sie Königin von Großbritannien und Irland geworden. Sie war das einzig legitime Enkelkind König Georges III., der großen Wert darauf legte, ihr für ihre Thronnachfolge die richtige Ausbildung zu garantieren. Sie beschloss nicht Willem, den Erbprinzen von Oranje-Nassau zu ehelichen, sondern Leopold, Prinz von Sachsen-Coburg Saalfeld. Zur großen Trauer ihres Ehemanns und der britischen Bevölkerung starb sie nach der Geburt ihres Kindes im Alter von 21 Jahren.

Prinzessin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland

Louise

Königin der Belgier (ab 1832)

2

(Palermo, Sizilien, 3. April 1812 – Ostende, Belgien, 11. Oktober 1850)
Louise (Louise Marie Thérèse Charlotte Isabelle) war die älteste Tochter des künftigen Königs der Franzosen Louis-Philippe I. und seiner Frau Maria Amalia Prinzessin von Bourbon und Neapel-Sizilien. Von der Seite ihres Vaters war sie eine Nachfahrin von Philippe Egalité, von Philippe d‘Orléans, dem Regenten Ludwig XV., von Madame de Montespan und von Ludwig XIV. und Philippe I. Herzog von Orléans – beides Söhne von Ludwig XIII. Mütterlicherseits war sie eine Nachfahrin von Maria Theresia und Catharina de Medici. Als ihr Vater unter dem Namen Louis-Philippe I., König der Franzosen, den Thron bestieg, wurde Louise mit 18 Jahren zu einer Prinzessin von Orléans. Als sie König Léopold I. heiratete, wurde sie als zweite Frau Leopolds zur Königin der Belgier. Sie ist eine Ahnin des gegenwärtigen Königs der Belgier, des italienischen Thronanwärters (des Prinzen von Neapel), des Großherzogs von Luxemburg und des momentanen Prinzen Napoléon – Oberhaupt des Hauses Bonaparte.

Mademoiselle d’Orléans
Prinzessin von Orléans (ab 1830)

Léopold

König Léopold II. der Belgier (ab 1865)

2

(Brüssel, 9. April 1835 – Laeken, Brüssel, 17. Dezember 1909)
Léopold II. (Léopold Louis Philippe Marie Victor) strebte ein Königreich an, das im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern an Bedeutung gewinnen sollte. Seine Heirat mit einer Habsburger Erzherzogin sollte ihm mehr Gewicht verschaffen und einen Zugewinn an Prestige. Außerdem war er für die Ausbeutung des Kongo als Kolonialmacht zuständig. Das sicherte ihm die Anhäufung enormen privaten Reichtums, während die Bevölkerung im Kongo entsetzliche Leiden erdulden musste. Andererseits wurde Brüssel während seiner Regierung in eine Hauptstadt nach zeitgenössischen Standards verwandelt, da er eindrucksvolle Gebäude bauen und Parks anlegen ließ.

Prinz von Belgien
Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen
Herzog von Brabant (ab 1844)

Louis Philippe

Kronprinz von Belgien

1

(Laeken, Brüssel, (24. Juli 1833 – Laeken, Brüssel, 16. Mai 1834)
Louis Philippe (Louis Philippe Léopold Victor Ernest), starb mit einem Jahr an einer Schleimhautentzündung. Als er starb, trug er den Titel eines Herzogs von Brabant deshalb noch nicht, da dieser noch nicht für einen Kronprinzen eingeführt war. So folgte ihm sein jüngerer Bruder Léopold als Kronprinz, der später ihrem Vater als König Léopold II. der Belgier nachfolgen sollte.

Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen

Philippe

Graf von Flandern (ab 1840)

3

(Laeken, Brüssel 24. März 1837 – Brüssel, 17. November 1905)
Philippe (Philippe Eugène Ferdinand Marie Clément Baudouin Léopold Georges) war der zweite Sohn von König Léopold I. der Belgier und seiner Frau Louise von Orléans. Er war bis zur Geburt seines Neffen und dann wieder ab 1869, als letzterer starb, mutmaßlicher Thronerbe Belgiens. 1866 nach der Abdankung von Prinz Alexandru Ioan Cuza von Rumänien, wurde ihm der Thron von Rumänien angeboten, aber er lehnte ab. 1867 heiratete er Maria Luise, die Tochter von Prinz Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen und seiner Frau Prinzessin Josephine von Baden.

Prinz von Belgien
Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen

Marie Charlotte

Kaiserin Carlota von Mexiko (ab 1867)

4

(Laeken, Brüssel, 7. Juni 1840 – Meise, Belgien, 19. Januar 1927)
Charlotte (Marie Charlotte Amélie Augustine Victoire Clémentine Léopoldine) heiratete ihren Cousin zweiten Grades Erzherzog Maximilian von Österreich, den jüngeren Bruder des Kaisers Franz Josef. Während ihr Ehemann als Gouverneur der Provinzen Lombardei und Venetien tätig war, lebte das Paar in Italien, verfügte jedoch nicht über Macht. Deshalb nahm Maximilian schließlich das Angebot an, den Thron von Mexiko zu übernehmen, während er von französischen Truppen unterstützt wurde und ein zweites Mexikanisches Reich aufzubauen. Aber bald zogen sich die französischen Truppen zurück und Carlota verließ Mexiko um in Europa um Hilfe nachzusuchen. Das war jedoch vergebens. Schließlich scheiterte ihr Mann und wurde erschossen. Carlota erlitt einen schweren Schock und kehrte niemals nach Mexiko zurück.

Prinzessin von Belgien
Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzogin zu Sachsen
Erzherzogin Charlotte von Österreich, Königliche Prinzessin von Ungarn und Böhmen (ab 1857)
Carlota Kaiserin von Mexiko (ab 1864)

König Léopold II. der Belgier

Léopold

König Léopold II. der Belgier (ab 1865)

2

(Brüssel, 9. April 1835 – Laeken, Brüssel, 17. Dezember 1909)
Léopold (Léopold Louis Philippe Marie Victor) strebte ein Königreich an, das im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern an Bedeutung gewinnen sollte. Seine Heirat mit einer Habsburger Erzherzogin sollte ihm mehr Gewicht verschaffen und einen Zugewinn an Prestige. Außerdem war er für die Ausbeutung des Kongo als Kolonialmacht zuständig. Das sicherte ihm die Anhäufung enormen privaten Reichtums, während die Bevölkerung im Kongo entsetzliche Leiden erdulden musste. Andererseits wurde Brüssel während seiner Regierung in eine Hauptstadt nach zeitgenössischen Standards verwandelt, da er eindrucksvolle Gebäude bauen und Parks anlegen ließ.

Prinz von Belgien
Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen
Herzog von Brabant (ab 1844)

Marie Henriette

Königin der Belgier (ab 1853)

(Pest, Ungarn, 23. August 1836 – Spa, Belgien, 19. September 1902)
Marie Henriette (Marie Henriette Anne) heiratete im Alter von 16 Jahren den 18jährigen Kronprinzen Léopold. Da ihr Ehemann protestantische Wurzeln hatte, wurde sie besonders hoch geschätzt aufgrund erwünschter Eigenschaften: Sie entstammte einer sehr angesehenen römisch-katholischen Dynastie. Ihr Vater war Erzherzog Joseph, Palatin von Ungarn und ihre Mutter Fürstin Maria Dorothea von Württemberg.

Erzherzogin von Österreich
Herzogin von Brabant (ab 1853)

Léopold Ferdinand

Herzog von Brabant (ab 1865)

2

(Laeken, Brüssel, 12. Juni 1859 – Laeken, Brüssel, 22. Januar 1869)
Léopold Ferdinand (Léopold Ferdinand Élie Victor Albert) war das zweite Kind und einziger Sohn wie auch Erbprinz von König Léopold II. von Belgien und seiner Frau Marie Henriette von Österreich. Léopold erhielt seinen Namen nach seinem Großvater und den Cousins seines Vaters: Prinz Ferdinand von Sachsen-Coburg und Gotha, Königin Victoria von Großbritannien und Irland und Prinzgemahl Albert. Er hatte eine ältere Schwester, Louise und ihm folgten zwei weitere Schwestern, Stéphanie und Clémentine, die letzte Hoffnung ihrer Eltern auf einen weiteren Sohn. Clémentine wurde nach Léopolds plötzlichem und tief betrauertem Tod im Alter von 10 Jahren geboren.

Prinz von Belgien
Graf von Hainaut
Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen

Louise

Prinzessin  von Sachsen-Coburg und Gotha (Koháry) (ab 1875)

1

(Brüssel, 18. Februar 1858 – Wiesbaden, 1. März 1924)
Louise (Louise Marie Amélie) war die älteste Tochter von Léopold II. und seiner Frau, Marie Henriette von Österreich. Sie heiratete 1875 Prinz Philipp von Sachsen-Coburg und Gotha (Koháry), ihren Cousin zweiten Grades in Brüssel und bekam zwei Kinder. Aber das Paar entfremdete sich. Louises luxuriöser Lebensstil am Hof von Wien endete damit, dass sie ihren Mann wegen eines Grafen Mattachich verließ und ihre Tochter mitnahm, die sie später aufgrund eines Rates ihres Verlobten, Herzog Ernst Günter von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg verließ.

Prinzessin von Belgien
Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzogin zu Sachsen

Stéphanie

Prinzessin Lónyay von Nagy-Lónya (ab 1917)

3

(Laeken, Brüssel, 21. Mai 1864 – Györszentmarton, Ungarn, 23. August 1945)
Stéphanie (Stéphanie Clotilde Louise Herminie Marie Charlotte) wurde 1881 mit dem Erbprinzen der Habsburger Dynastie verheiratet, mit Erzherzog Rudolf. Anfangs soll die Ehe glücklich gewesen sein, jedoch änderten sich die Dinge und 1889 wurden Rudolf und seine Geliebte Baroness Mary Vetsera erschossen aufgefunden. In Schloss Miramare bei Triest (damals zum Österreichisch-Ungarischen Reich gehörend) heiratete Stéphanie Graf Elémér de Nagy-Lónya et Vásáros-Namény, einen ungarischen Grafen niederen Adels, der 1917 vom österreichischen Kaiser in den Rang eines Fürsten erhoben wurde. Mit ihrem neuen Ehemann ließ sich Stéphanie in seinem Schloss in Westungarn, heute Slowakei, nieder, bis die vorrückende Rote Armee sie zur Flucht zwang.

Prinzessin von Belgien
Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzogin zu Sachsen
Kronprinzessin von Österreich (ab 1881)
Kronprinzessin(witwe) von Österreich (ab 1889)
Gräfin Lónyay (ab 1900)

Clémentine

Prinzessin Napoléon (ab 1926)

4

(Laeken, Brüssel, 30. Juli 1872 – Nizza, Frankreich, 8. März 1955)
Clémentine (Clémentine Albertine Marie Léopoldine) schloss die Ehe mit Prinz Victor Napoléon Bonaparte (1862–1926), dem französischen Thronfolger der Bonapartes als Napoléon V. Da ihr Vater, König Léopold II. der Belgier, die Wahl seiner jüngsten Tochter missbilligte, heiratete sie erst nach dem Tod ihres Vaters. Da sie zu ihm eine bessere Beziehung hatte als ihre älteren Schwestern, hatte sie nach dem Weggang ihrer Mutter die Rolle der Königin am Brüsseler Hof inne. Als ihr Vater 1909 starb, erhielt Clémentine vom neuen Monarchen, König Albert I. die Erlaubnis, ihren Auserwählten zu heiraten. Das Paar hatte zwei Kinder.

Prinzessin von Belgien
Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzogin zu Sachsen

WECHSEL IN DER THRONFOLGE

Prinz Léopold, Léopold II. einziger Sohn und Kronprinz starb im Alter von 10 Jahren 1869 an Lungenentzündung, nachdem er in einen Brunnen gefallen war.

Nach seinem Tod wurde Léopold II. von seinem gesetzmäßigen Erben, seinem Neffen Albert, gefolgt, dessen ältester Sohn schließlich als Léopold III. die Nachfolge antrat.

König Albert I. der Belgier

König Albert I. und Königin Elisabeth der Belgier beim Empfang durch Papst Pius XI., ca. 1926

Philippe

Graf von Flandern (ab 1840)

(Laeken, Brüssel 24. März 1837 – Brüssel, 17. November 1905)
Philippe (Philippe Eugène Ferdinand Marie Clément Baudouin Léopold Georges) war der zweite Sohn von König Léopold I. der Belgier und seiner Frau Louise von Orléans. Er war bis zur Geburt seines Neffen und dann wieder ab 1869, als letzterer starb, mutmaßlicher Thronerbe Belgiens. 1866 nach der Abdankung von Prinz Alexandru Ioan Cuza von Rumänien, wurde ihm der Thron von Rumänien angeboten, aber er lehnte ab. 1867 heiratete er Maria Luise, die Tochter von Prinz Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen und seiner Frau Prinzessin Josephine von Baden.

Prinz von Belgien
Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen

Marie

Gräfin(witwe) von Flandern (ab 1905)

(Sigmaringen, Hohenzollern-Sigmaringen, 17. November 1845 – Belgien, 26. November 1912)

Marie Luise (Marie, Luise, Alexandrine, Caroline) war eine Tochter von Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen, dem Premierminister von Preußen und seiner Frau Prinzessin Josephine von Baden. Sie war eine jüngere Schwester von Karl, der als Carol I. König von Rumänien wurde. Da Marie wegen ihres katholischen Glaubens für eine Heirat mit dem zukünftigen König Edward VII. von Großbritannien und Irland nicht in Frage kam, wurde sie mit dem belgischen Prinzen Philippe, Graf von Flandern, verheiratet, dem zweiten Sohn König Léopold I. der Belgier und seiner Frau Louise-Marie von Orléans. Sie war sehr interessiert an Kunst und Literatur.

Prinzessin von Hohenzollern-Sigmaringen
Prinzessin von Belgien, Gräfin von Flandern (ab 1867)

Albert

König Albert I. der Belgier

5

(Brüssel, 8. April, 1875 – Marche-les-Dames, Belgien, 17. Februar, 1934)
Albert (Albert Léopold Clément Marie Meinrad) war der jüngste Sohn. Als der einzige legitime Sohn seines Onkels starb und auch Alberts älterer Bruder Baudouin, wurde er nach seinem Vater der Zweite der belgischen Thronfolge. Daher wuchs er auf und bereitete sich auf seine Thronfolge vor. Im Jahr 1900 heiratete er Herzogin Elisabeth in Bayern. Aufgrund ihres Lebensstils und ihres harmonischen Familienlebens war das Paar in Belgien beliebt. Während des Ersten Weltkriegs, als Belgien unter der deutschen Besatzung litt, kämpfte der König mit seinen Truppen und teilte die Gefahren der normalen Soldaten. Da er die schrecklichen Folgen der Kämpfe auf sein Land fürchtete, versuchte er einen Frieden auszuhandeln, aber vergebens. Am Ende des Krieges führte Albert die Schlussoffensive an, die sein besetztes Land befreite. Er kehrte zurück und wurde in seiner Hauptstadt als Held gefeiert.

Prinz von Belgien
Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen

Baudouin

Prinz von Belgien

1

(Brüssel, 3. Juni 1869 – Brüssel, 23. Januar 1891)
Baudouin (Baudouin Léopold Philippe Marie Charles Antoine Joseph Louis) war bei seiner Geburt hoch willkommen um die belgische Krone zu sichern, da der einzige Sohn König Léopold II. im gleichen Jahr vorzeitig gestorben war. Im Alter von 21 Jahren stattete Baudouin jedoch seiner kranken Schwester einen Besuch ab, infolgedessen er sich ansteckte und schließlich an Grippe sowie einer schlimmen Verletzung starb.

Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen

Henriette Marie

Herzogin von Vendôme (ab 1896)

2

(Brüssel, 30. November 1870 – Sierre, Valais, Schweiz, 28. März 1948)
Henriette Marie war die jüngere von Zwillingen, ihre Schwester Josephine Marie starb im Alter von sechs Wochen. 1896 heiratete sie Prinz Emmanuel von Orléans, den 8. Herzog von Vendôme (1872 – 1931). Er war ein Sohn von Herzog Ferdinand von Alençon und Herzogin Sophie Charlotte von Bayern und war ein Urenkel von König Louis-Philippe I. von Frankreich. Henriette Marie war sehr an Sport interessiert, besonders am Schießen. Man sagt, dass sie mit ihrem Mann in den Rocky Mountains sogar Grizzlybären gejagt hat. Das Paar hatte vier Kinder.

Prinzessin von Belgien
Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzogin zu Sachsen

Joséphine Caroline

Prinzessin von Hohenzollern (ab 1894)

4

(Brüssel, 18. Oktober 1872 – Namur, Belgien, 6. Januar 1958)
Josephine Caroline heiratete 1894 ihren Cousin mütterlicherseits ersten Grades Prinz Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen. Das Paar bekam vier Kinder und lebte im Schloss von Namedy, was heute zu Andernach in der Rheinpfalz gehört und das während des Ersten Weltkriegs als Militärhospital diente.

Prinzessin von Belgien
Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzogin zu Sachsen

König Alberts Familie

Albert

König Albert I. der Belgier

5

(Brüssel, 8. April, 1875 – Marche-les-Dames, Belgien, 17. Februar, 1934)
Albert (Albert Léopold Clément Marie Meinrad) war der jüngste Sohn. Als der einzige legitime Sohn seines Onkels starb und auch Alberts älterer Bruder Baudouin, wurde er nach seinem Vater der Zweite der belgischen Thronfolge. Daher wuchs er auf und bereitete sich auf seine Thronfolge vor. Im Jahr 1900 heiratete er Herzogin Elisabeth in Bayern. Aufgrund ihres Lebensstils und ihres harmonischen Familienlebens war das Paar in Belgien beliebt. Während des Ersten Weltkriegs, als Belgien unter der deutschen Besatzung litt, kämpfte der König mit seinen Truppen und teilte die Gefahren der normalen Soldaten. Da er die schrecklichen Folgen der Kämpfe auf sein Land fürchtete, versuchte er einen Frieden auszuhandeln, aber vergebens. Am Ende des Krieges führte Albert die Schlussoffensive an, die sein besetztes Land befreite. Er kehrte zurück und wurde in seiner Hauptstadt als Held gefeiert.

Prinz von Belgien 
Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen

Elisabeth

Königin Elisabeth von Belgien (ab 1934)

(Schloss Possenhofen, Bayern, 25 Juli 1876 – Brüssel, 23. November 1965)
Elizabeth (Elisabeth Gabriele Valérie Marie) war die Tochter Herzog Karl-Theodors in Bayern, des Oberhauptes einer Seitenlinie der bayerischen Königsfamilie. Er hatte als Augenarzt einen hervorragenden Ruf. Sie trug ihren Namen zu Ehren der Schwester ihres Vaters, Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Sissi. Ihre Mutter war Maria Josepha von Portugal, Tochter des exilierten Miguel I. von Portugal. Sie hatte immer großes Interesse an den Schönen Künsten und der Literatur, aber auch an Medizin. Königin Elisabeth soll an der Front als Krankenschwester tätig gewesen sein. König Albert I. und sie hatten drei Kinder. Sie war die Mutter von König Léopold III. der Belgier und von Königin Marie José von Italien und Großmutter der Könige Baudouin und Albert II. der Belgier.

Herzogin in Bayern
Prinzessin von Belgien (ab 1900)
König Léopold von Belgien (1951 – 1983)

Léopold

König Léopold von Belgien (1951 – 1983)

1

(Brüssel, 3. November 1901 – Woluwe-Saint-Lambert, Belgien, 25. September 1983)
Léopold (Léopold Philippe Charles Albert Meinrad Hubertus Maria Miguel) heiratete 1926 als Herzog von Brabant Prinzessin Astrid von Schweden, indem er seinem Herzen folgte und nicht der Staatsraison. Er verlor seine Frau, mit der er drei Kinder hatte 1934 bei einem Autounfall. Nach dem Tod seines Vaters, König Albert I. 1934 regierte er das Land als König der Belgier. 1941 heiratete er, als Gefangener in seinem eigenen Land, das von den Deutschen überfallen worden war, Lilian Baels ohne Gültigkeit vor dem belgischen Gesetz und bekam mit ihr drei weitere Kinder. 1944 deportierten die Deutschen die Königsfamilie. Die Amerikaner befreiten sie 1945 wieder. Aufgrund kontroverser Ansichten über sein Verhalten während des Krieges und seine umstrittene Kapitulation von 1940, konnte Léopold III. nicht nach Belgien zurückkehren und verbrachte die folgenden sechs Jahre im Schweizer Exil. 1944 hatte die Legislative eine Regentschaft unter seinem Bruder Prinz Charles etabliert. 1951 trat Léopold zugunsten seines Erben, seines Sohnes Baudouin, zurück.

Prinz von Belgien
Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen
Herzog von Brabant (ab 1909)
Léopold III., König der Belgier (1934 – 1944)
König Léopold von Belgien (1944 – 1950)
König von Belgien (1950 – 1951)

Charles

Graf von Flandern

2

(Brüssel, 10. Oktober 1903 – Raversijde, Belgien, 1. Juni 1983)
Charles (Charles Théodore Henri Antoine Meinrad) wurde von 1944 bis 1950 zum Regenten bestimmt. Sein älterer Bruder König Léopold III. der Belgier war von den Deutschen deportiert worden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde die Haltung Léopolds genau analysiert. Man hatte ihm seine zweite Heirat übelgenommen. Die Regentschaft von Charles stand unter dem Eindruck der Ereignisse, die sich aus der deutschen Besatzung und der Kontroverse um Léopold III. ergaben. Diese Epoche wirkte auf Geschehnisse in späteren Jahrzehnten. Es gelang Belgien seine Wirtschaft mit Hilfe der Amerikaner unter dem Marshallplan in Gang zu bringen. 1948 erhielten Frauen das Recht, an den Parlamentswahlen teilzunehmen. Außerdem entstand unter seiner Regentschaft die Zollunion der Beneluxländer, Belgien wurde Mitglied der Vereinten Nationen und der Nordatlantikpakt wurde beschlossen.

Prinz von Belgien
Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen

Marie José

Königin von Italien (1946 nur für 1 Monat)

3

(Ostende, Belgien, 4. August 1906 – Thones, Schweiz, 27. Januar 2001)
Marie José (Marie José Charlotte Sophie Amélie Henriette Gabrielle) wurde erzogen, um das Mitglied eines Königshauses mit katholischem Glauben zu heiraten, und so kam es, dass sie 1930 Umberto, den Kronprinzen von Savoyen, heiratete, der König von Italien werden sollte. 1939 wurde sie zur Vorsitzenden des italienischen Roten Kreuzes gemacht. Das Paar war nie glücklich und trennte sich nach der Abschaffung der Monarchie in Italien. Die meiste Zeit verbrachte sie mit ihren vier Kindern in der Schweiz.

Prinzessin von Belgien
Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzogin zu Sachsen
Prinzessin von Piemont (ab 1930)

König Léopold III. der Belgier

Kronprinz Léopold von Belgien  und Prinzessin Astrid an ihrem Hochzeitstag 1926

Léopold

König Léopold von Belgien (1951 – 1983)

1

(Brüssel, 3. November 1901 – Woluwe-Saint-Lambert, Belgien, 25. September 1983)
Léopold (Léopold Philippe Charles Albert Meinrad Hubertus Maria Miguel) heiratete 1926 als Herzog von Brabant Prinzessin Astrid von Schweden, indem er seinem Herzen folgte und nicht der Staatsraison. Er verlor seine Frau, mit der er drei Kinder hatte 1934 bei einem Autounfall. Nach dem Tod seines Vaters, König Albert I. 1934 regierte er das Land als König der Belgier. 1941 heiratete er, als Gefangener in seinem eigenen Land, das von den Deutschen überfallen worden war, Lilian Baels ohne Gültigkeit vor dem belgischen Gesetz und bekam mit ihr drei weitere Kinder. 1944 deportierten die Deutschen die Königsfamilie. Die Amerikaner befreiten sie 1945 wieder. Aufgrund kontroverser Ansichten über sein Verhalten während des Krieges und seine umstrittene Kapitulation von 1940, konnte Léopold III. nicht nach Belgien zurückkehren und verbrachte die folgenden sechs Jahre im Schweizer Exil. 1944 hatte die Legislative eine Regentschaft unter seinem Bruder Prinz Charles etabliert. 1951 trat Léopold zugunsten seines Erben, seines Sohnes Baudouin, zurück.

Prinz von Belgien 
Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen
Herzog von Brabant (ab 1909)
Léopold III., König der Belgier (1934 – 1944)
König Léopold von Belgien (1944 – 1950)
König von Belgien (1950 – 1951)

Astrid

Königin der Belgier (ab 1934)

1

(Stockholm, 17. November 1905 – Küssnacht, Schwyz, Schweiz, 29. August 1935)
Astrid (Astrid Sofia Lovisa Thyra) entstammte dem Hause Bernadotte. Ihr Vater war der Herzog Carl von Västergötland, der jüngere Bruder von König Gustav I. von Schweden. Ihre Mutter war Prinzessin Ingeborg von Dänemark, die Schwester zweier Könige: von Christian X. von Dänemark und von Haakon VII. von Norwegen. Obwohl sie als Lutheranerin aufgewachsen ist, heiratete sie den Kronprinzen Léopold und trat aus Überzeugung zum Katholizismus über. Sie widmete sich liebevoll ihrer Familie und war daran interessiert, die sozialen Bedingungen ihrer Landsleute zu verbessern. Ihr frühzeitiger Tod bei einem Autounfall wurde tief betrauert.

Prinzessin von Schweden
Prinzessin von Belgien , Herzogin von Brabant (ab 1926)

Nachkommen:
Josephine-Charlotte, Großherzogin von Luxembourg
König Baudouin der Belgier
König Albert II. von Belgien

Mary Lilian Baels

Prinzessin von Réthy, Prinzessin von Belgien  (ab 1941)

2

(London, 28. November 1916 – Waterloo, Belgien, 7. Juni 2002)
Mary Lilian (Mary Lilian Henriette Lucie Josephine Ghislaine), kam im Vereinigten Königreich in einer Familie von Schiffseignern und Politikern zur Welt und war eine sehr gut erzogene junge Frau mit vielseitigen Interessen an Kunst, Literatur und Sport, als sie König Léopold 1940 wieder begegnete. Der König heiratete sie in einer geheimen religiösen Zeremonie, die nicht dem belgischen Gesetz entsprach, nach der deutschen Invasion von Belgien, während seines Hausarrests 1941. Er verlieh ihr den Titel Prinzessin von Réthy. Das Paar hatte drei Kinder.

Nachkommen:
Prinz Alexander
Prinzessin Marie-Christine
Prinzessin Maria-Esmeralda

Baudouin

König der Belgier (ab 1951)

2

(Schloss Stuyvenberg, Belgien, 7. September 1930 – Villa Astrida, Motril, Spanien, 31. Juli 1993)
Baudouin (Baudouin Albert Charles Léopold Axel Marie Gustave) leistete 1950 den Eid auf die Verfassung vor den beiden Kammern des belgischen Parlaments und trat die Nachfolge seines Vaters, König Léopolds, nach dessen Abdankung an. Er war ein gläubiger Katholik und regierte 42 Jahre lang. Während seiner Regierung wurde Belgisch Kongo unabhängig. 1960 heiratete er eine spanische Aristokratin, Doña Fabiola de Mora y Aragón. Das Paar blieb kinderlos. Er war ein beliebter Monarch in Belgien.

Prinz von Belgien
Königlicher Prinz (1950)

Albert

König Albert II. von Belgien (ab 2013)

3

(Laeken, Brüssel, 6. Juni 1934)
Albert (Albert Félix Humbert Théodore Christian Eugène Marie) heiratete Donna Paola Ruffo di Calabria, die Tochter Prinz Fulcos III. Ruffo de Calabria, des 6. Herzogs von Guardia Lombarda und seiner Frau, der Gräfin Luisa Gazelli die Rossana e di Sebastiano (1896–1989). Albert und Paola haben drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Da er der jüngere Bruder von König Baudouin ist, war er der mutmaßliche Thronerbe. Alberts Sohn Prinz Philippe wurde darauf vorbereitet, der Nachfolger Baudouins zu werden, als klar wurde, dass der König keine Kinder haben würde, die ihm nachfolgen könnten. 2013 kündigte Albert II. seine bevorstehende Abdankung aus gesundheitlichen Gründen an.

Albert
Prinz von Belgien
Prinz von Liège
König der Belgier (ab 1993)

Joséphine Charlotte

Großherzogin von Luxembourg (1964 – 2000)

1

(Brüssel, 11. Oktober 1927 – Fischbach, Luxemburg, 10. Januar 2005)
Joséphine Charlotte (Joséphine Charlotte Ingeborg Elisabeth Marie-José Marguerite Astrid), die ältere Schwester von Léopold und Albert, heiratete 1953 Prinz Jean. Er war zu dieser Zeit Erbgroßherzog und Erbe des Thrones von Luxemburg. Obwohl die Ehe auch politische Gründe hatte, wurde sie glücklich. Während ihrer 52jährigen Ehe bekam das herzogliche Paar fünf Kinder. Joséphine Charlotte widmete sich vielen sozialen, kulturellen und humanitären Aufgaben.

Prinzessin von Belgien
Erbgroßherzogin von Luxemburg (1953 – 1964)
Großherzogin Joséphine-Charlotte von Luxemburg (2000 – 2005)

Alexander

Prinz von Belgien

4

(Laeken, Brüssel, 18. Juli 1942 – Sint-Genesius-Rode, Belgien, 29. November 2009)
Alexander (Alexander Emmanuel Henri Albert Marie Léopold) war das älteste Kind aus der zweiten Ehe König Léopold III. von Belgien. Seine Mutter war Prinzessin Lilian von Réthy. König Baudouin von Belgien und der frühere König Albert II. von Belgien waren seine beiden Halbbrüder. Großherzogin Joséphine-Charlotte von Luxemburg war seine ältere Halbschwester.

Prinz von Belgien

Marie-Christine

Prinzessin von Belgien

5

(Laeken, 6. Februar 1951)
Marie-Christine (Marie-Christine Daphné Astrid Elisabeth Léopoldine) ist ein Mitglied der belgischen Königsfamilie und eine Halbschwester des früheren Königs Albert II. Ihr Vater war König Léopold III. der Belgier und ihre Mutter was seine zweite Frau Lilian Baels mit Mädchennamen. Obwohl dieser nicht die Auszeichnung Ihre Majestät und die Anrede Königin von Belgien zuerkannt wurde, erhielten sie und ihre Kinder den Rang einer königlichen Hoheit und Prinz bzw. Prinzessin von Belgien.

Prinzessin von Belgien

Marie-Esméralda

Lady Moncada

6

(Laeken, 30. September 1956)
Marie-Esméralda (Marie-Esméralda Adelaide Lilian Anna Léopoldine) ist das jüngste Kind des verstorbenen Königs Léopold von Belgien und seiner zweiten Frau Lilian Baels. Ihre Halbgeschwister sind der verstorbene König Baudouin von Belgien, Belgiens ehemaliger König Albert II., der auch Marie-Esméraldas Patenonkel ist und die verstorbene Großherzogin Josephine-Charlotte von Luxemburg. Da Marie-Esméralda Journalistin ist, schreibt sie unter dem Pseudonym Esméralda de Réthy.

Prinzessin von Belgien

König Baudouin der Belgier

König Baudouin der Belgier und Königin Fabiola

Baudouin

König der Belgier (ab 1951)

2

(Schloss Stuyvenberg, Belgien, 7. September 1930 – Villa Astrida, Motril, Spanien, 31. Juli 1993)
Baudouin (Baudouin Albert Charles Léopold Axel Marie Gustave) leistete 1950 den Eid auf die Verfassung vor den beiden Kammern des belgischen Parlaments und trat die Nachfolge seines Vaters, König Léopolds, nach dessen Abdankung an. Er war ein gläubiger Katholik und regierte 42 Jahre lang. Während seiner Regierung wurde Belgisch Kongo unabhängig. 1960 heiratete er eine spanische Aristokratin, Doña Fabiola de Mora y Aragón. Das Paar blieb kinderlos. Er war ein beliebter Monarch in Belgien.

Prinz von Belgien
Königlicher Prinz (1950)

Fabiola

Königin Fabiola von Belgien (ab 1993)

(Madrid, Spanien, 11. Juni 1928 – Schloss Stuyvenberg, Laeken, Brüssel, 5 December 2014)
Fabiola de Mora y Aragón wurde in Madrid in Spanien als vierte Tochter von Gonzalo de Mora y Fernández, Riera y del Olmo, dem 4. Marquis von Casa Riera, dem 2. Grafen von Mora (1887–1957) und seiner Frau Blanca de Aragón y Carrillo de Albornoz, Barroeta-Aldamar y Elío (1892–1981) geboren. Sie ist eine gläubige Katholikin und, wie auch durch ihre Ausbildung vor ihrer Hochzeit 1960 als Krankenschwester belegt, sie hat sich immer für soziale Fragen, besonders in der Dritten Welt, engagiert. Außerdem veröffentlichte sie ein Album mit zwölf Märchen. Das Königspaar blieb kinderlos, Fabiola hatte fünf Fehlgeburten.

Doña Fabiola de Mora y Aragón
Königin der Belgier (ab 1960)

WECHSEL IN DER THRONFOLGE

Baudouin starb als hoch angesehener König, der Belgien und seinem Volk für eine lange Epoche von 42 Jahren diente. Er fühlte sich für seine Untertanen immer verantwortlich und war ein sehr populäres Staatsoberhaupt. Er versuchte, die Lebensbedingungen der belgischen Bevölkerung zu verbessern wie auch die soziale Wohlfahrt zu stärken. Daher gründete er die „König Baudouin Stiftung“. Um ihm die letzte Ehre zu erweisen, kamen eine Million Frauen und Männer zu seinem Begräbnis und verabschiedeten sich, sogar Königin Elisabeth von Großbritannien und Irland nahm an der Zeremonie teil. Da er und Fabiola keine Kinder hatten, ging die Krone an seinen Bruder Prinz Albert von Liège, den gesetzmäßigen Erben.

Albert II König der Belgier

König Albert II. und Königin Paola der Belgier

Albert

König Albert II. von Belgien (ab 2013)

3

(Laeken, Brüssel, 6. Juni 1934)
Albert (Albert Félix Humbert Théodore Christian Eugène Marie) heiratete Donna Paola Ruffo di Calabria, die Tochter Prinz Fulcos III. Ruffo de Calabria, des 6. Herzogs von Guardia Lombarda und seiner Frau, der Gräfin Luisa Gazelli die Rossana e di Sebastiano (1896–1989). Albert und Paola haben drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Da er der jüngere Bruder von König Baudouin ist, war er der mutmaßliche Thronerbe. Alberts Sohn Prinz Philippe wurde darauf vorbereitet, der Nachfolger Baudouins zu werden, als klar wurde, dass der König keine Kinder haben würde, die ihm nachfolgen könnten. 2013 kündigte Albert II. seine bevorstehende Abdankung aus gesundheitlichen Gründen an.

Albert
Prinz von Belgien
Prinz von Liège 
König der Belgier (ab 1993)

Paola

Königin Paola von Belgien (ab 2013)

(Forte dei Marmi, Toskana, Italien, 11. September 1937)
Paola (Paola Margherita Maria Antonia Consiglia Ruffo) kam als jüngstes Kind des italienischen Piloten Prinz Fulco VIII. Ruffo di Calabria, 6. Herzog von Guardia Lombarda (1884–1946) in Forte dei Marmi in der Toskana zur Welt. Ihre Mutter war Luisa Gazelli dei Conti di Rossana e di Sebastiano (1896–1989), mütterlicherseits eine Nachfahrin von Marquis de La Fayette, einem Helden der amerikanischen Unabhängigkeit und französischen Revolution. Paola und ihr späterer Ehemann Albert begegneten sich 1958 aus Anlass der Einweihungsfeier des Papstes Johann XXIII. im Vatikan. Das Paar hat drei Kinder, von denen der älteste Sohn Philippe seit 2013 König der Belgier ist.

Donna Paola Ruffo di Calabria
Prinzessin von Liège (ab 1959)
Königin der Belgier (1993 – 2013)

Philippe

König der Belgier (ab 2013)

1

(Brüssel, 15. April 1960)
Philippe (Philippe Léopold Louis Marie) ist regierender König der Belgier und hat am 21. Juli 2013 den Thron bestiegen. Er ist das älteste Kind von König Albert II. und Königin Paola. Er folgte seinem Vater nach, infolge Alberts Abdankung aus gesundheitlichen Gründen. Nach seiner Ausbildung an der belgischen Königlichen Militärakademie studierte er in Oxford und erhielt an der Stanford University in Kalifornien sein Diplom in Politikwissenschaften. 1999 heiratete er Gräfin Mathilde d’Udekem d’Acoz, mit der er vier Kinder hat. König Philippes älteste Tochter, Prinzessin Elisabeth ist die nächste der Thronfolge.

Prinz von Belgien
Prinz von Brabant

Astrid

Erzherzogin von Österreich-Este (ab 1996)

2

(Laeken, Brüssel, 5. Juni 1962)
Astrid (Astrid Joséphine-Charlotte Fabrizia Elisabeth Paola Marie) heiratete 1984 Erzherzog Lorenz von Österreich-Este, Erzherzog von Österreich, Königlicher Prinz von Ungarn und Böhmen (*1955). Er ist das Oberhaupt des Zweiges von Österreich-Este der Habsburger und wurde per königlichem Dekret 1995 zum Prinzen von Belgien ernannt. Das Paar hat fünf Kinder, zwei Söhne und drei Töchter. Astrid diente bis 2007 als Vorsitzende des belgischen Roten Kreuzes und war Mitglied des Ehrenausschusses des Internationalen Paralympischen Komites.

Prinzessin von Belgien
Prinzessin von Liège
Erzherzogin Astrid von Österreich-Este (1984 – 1996)

Laurent

Prinz von Belgien

3

(Laeken, Brüssel, 19. Oktober 1963)
Laurent (Laurent Benoît Baudouin Marie) ist ein Sohn von König Albert II. und Königin Paola. Er ist der Bruder des augenblicklichen belgischen Monarchen, des Königs Philippe der Belgier. 2003 heiratete er eine englisch-belgische Immobilienmaklerin mit Namen Claire Coombs (* 1974). Elf Tage vor ihrer Heirat wurde sie zur Prinzessin Claire von Belgien geadelt. Das Paar hat drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Laurent ist der elfte der Thronfolge in Belgien, das die Verfassung 1991 geändert hatte, damit Frauen über die gleichen Erbschaftsrechte verfügen wie Männer.

Prinz von Belgien

Philippe wird neuer belgischer König als Albert II. abdankt

König Philippe der Belgier


König Philippe und Königin Mathilde der Belgier

Philippe

König der Belgier (ab 2013)

1

(Brüssel, 15. April 1960)
Philippe (Philippe Léopold Louis Marie) ist regierender König der Belgier und hat am 21. Juli 2013 den Thron bestiegen. Er ist das älteste Kind von König Albert II. und Königin Paola. Er folgte seinem Vater nach, infolge Alberts Abdankung aus gesundheitlichen Gründen. Nach seiner Ausbildung an der belgischen Königlichen Militärakademie studierte er in Oxford und erhielt an der Stanford University in Kalifornien sein Diplom in Politikwissenschaften. 1999 heiratete er Gräfin Mathilde d’Udekem d’Acoz, mit der er vier Kinder hat. König Philippes älteste Tochter, Prinzessin Elisabeth ist die nächste der Thronfolge.

Prinz von Belgien 
Prinz von Brabant

Mathilde

Königin der Belgier (ab 2013)

(Uccle, Belgien, 20. Januar 1973)
Mathilde (Mathilde Marie Christiane Ghislaine) ist gegenwärtig als Frau von König Philippe, der nach der Abdankung seines Vaters König Albert II. am 21. Juli 2013 den Thron bestieg, Königin der Belgier. Sie ist eine geborene Jonkvrouw Mathilde d’Udekem d’Acoz und ein Mitglied des Adels ohne Titel. Durch ihre Heirat mit Prinz Philippe von Belgien, dem Herzog von Brabant im Jahr 1999, erhob König Albert II. der Belgier die Familie d’Udekem d’Acoz aus dem Stand der Barone in einen gräflichen Stand, der in männlicher Linie vererbbar ist. Da sie Wallonischen Ursprungs ist, wurde sie die erste belgische Königin von belgischer Abstammung. Sie hatte Sprachtherapie studiert und in Brüssel als Therapeutin gearbeitet. Das Paar hat vier Kinder.

Mathilde d’Udekem d’Acoz
Prinzessin von Belgien
Herzogin von Brabant (ab 1999)

Elisabeth

Herzogin von Brabant (ab 2013)

1

(Anderlecht, bei Brüssel, 25. Oktober 2001)
Elisabeth (Elisabeth Thérèse Marie Hélène) ist die belgische Thronfolgerin. Das älteste Kind von König Philippe und Königin Mathilde erhielt ihre Stellung und den Herzogstitel, als ihr Großvater König Albert II. zugunsten ihres Vaters am 21. Juli 2013 abdankte. Elisabeth ist die erste in der Erbfolge, weil sie das älteste Kind ist. Das ist ein bedeutender Wechsel, auf den man sich in einem neuen Nachfolgerecht einigte. Wenn sie die Thronfolge antritt, wird sie die erste regierende Königin Belgiens sein. Und Elisabeth ist die erste künftige belgische Monarchin, deren Erziehung in Flämisch begonnen hat.

Prinzessin von Belgien

Gabriel

Prinz von Belgien

2

(Anderlecht, bei Brüssel, 20. August 2003)
Gabriel (Gabriel Baudouin Charles Marie) ist der erste Sohn und das zweite Kind von König Philippe und Königin Mathilde der Belgier. Gabriel ist nach seiner älteren Schwester Elisabeth der zweite in der Thronfolge.

Prinz von Belgien

Emmanuel

Prinz von Belgien

3

(Anderlecht, bei Brüssel, 4. Oktober 2005)
Emmanuel (Emmanuel Léopold Guillaume François Marie) ist der zweite Sohn und das dritte Kind von König Philippe der Belgier und Königin Mathilde. Augenblicklich ist er der dritte in der belgischen Thronfolge nach seiner älteren Schwester Elisabeth und seinem Bruder Gabriel.

Prinz von Belgien

Eléonore

Prinzessin von Belgien

4

(Anderlecht, bei Brüssel, 16. April 2008)
Eléonore (Eléonore Fabiola Victoria Anne Marie) ist die zweite Tochter und das vierte Kind von König Philippe der Belgier und seiner Frau Mathilde. Sie ist augenblicklich nach ihren anderen Geschwistern die vierte in der belgischen Thronfolge.

Prinzessin von Belgien